Ein Gürtel für Franzi

 

Manche liebgewordenen Gewohnheiten hinterfragt man nicht sofort, sondern erst, wenn einem jemand darauf hinweist oder man im Gespräch zufällig das Thema streift und sich denkt: „Darauf habe ich irgendwie noch nie geachtet …“ Meine Tochter Franzi ist klein und zierlich und liebt kleine und zierliche Dinge, insofern ist auch ihr Mittelalter-Gürtel sehr schmal. Um ihr eine Freude zu machen, wollte ich ihr auf dem Markt in Rabenstein eine neue Schließen-Garnitur kaufen, möglichst zierlich und passend für das 12. Jahrhundert. Das ist natürlich ein Wiederspruch in sich, das weiß ich inzwischen auch. Dragal plädierte für möglichst breit. Und ich kaufte nichts und begann gezielt zu recherchieren.

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Niederadelige Familie um 1170

 

Unsere Darstellung ist die eines Niederadligen mit Familie, der vom Welfenherzog Heinrich dem Löwen im neugegründeten München zur Verwaltung seiner Besitzungen eingesetzt wurde. Heinrich der Löwe war zu seiner Zeit eine höchst umstrittene Persönlichkeit und mit vielen anderen Adeligen und kirchlichen Würdenträgern verfeindet. Da er zur Verwaltung seiner weit auseinanderliegenden Besitztümer zuverlässige Leute brauchte, setzte er als Verwalter gern Männer ein, die sich in seinen Diensten bewährt hatten, und zwar ohne Ansehen ihres Standes. Hielt die Familie es zwei Generationen auf einem Lehen aus, ohne abgesetzt oder vertrieben zu werden, war die neue Würde erblich. Seine Verwalter hätten sich für ihn in Stücke hauen lassen!

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